25. Juni 2021
Eine sorgfältige Machbarkeitsstudie in der Produktentwicklung ist ein guter Weg, um Frust und zusätzliche Kosten zu vermeiden und keine Zeit mit Reparaturen, Fehlerbehebungen und technischen Anpassungen zu verlieren. In diesem Artikel zeigen wir, wie Sie es gleich beim ersten Mal richtig machen.
Seien wir ehrlich: In der Software- und Produktentwicklung gibt es keine Zauberstäbe. Gäbe es sie aber, käme eine gut durchdachte Machbarkeitsstudie ihnen am nächsten. Leider steht sie selten im Zeitplan der Beteiligten – und das ist wirklich schade.
Es kommt vor, dass ein Unternehmen bei der Produktidee bereits eine bestimmte Technologie im Kopf hat und nur noch eine zusätzliche Schicht aus IoT-Funktionen und Software darüberlegen will. Das ist ein sicheres Rezept für einen Fehlschlag.
Wenn Sie eine IoT-Lösung mit Funktionen kombinieren wollen, für die eine Technologie schlicht nicht ausgelegt ist, steigt das Risiko deutlich, dass diese Mischung nicht auf Anhieb funktioniert. Natürlich gibt es viele gute Werkzeuge, die ohne ordentliche Machbarkeitsstudie entstanden sind. Man darf aber nicht vergessen, dass jede Lösung ihre Grenzen hat und für einen bestimmten Zweck konzipiert wurde. Wer das nicht einplant, fordert Risiken und Kosten geradezu heraus.
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Bevor Sie Ihr ganzes Produkt und Ihre Investition auf eine bestimmte technische Lösung stützen, müssen Sie wissen, ob sie überhaupt passt – noch bevor Sie in eine Technologieabhängigkeit, Funktionseinschränkungen, zusätzlichen Frust und einen Imageschaden geraten. Genau hier hilft die Machbarkeitsstudie.
So sollte der Prozess Schritt für Schritt aussehen:
Sie haben es sicher schon oft gehört, aber dieses Mantra muss man immer wieder wiederholen: Beginnen Sie stets mit den grundlegenden Fragen:
– Was wollen Sie bauen?
– Warum wollen Sie es bauen?
– Für wen wird es gebaut?
– Welche Funktionen wird die Lösung haben?
– Warum werden diese Funktionen gebraucht?
Gehen Sie nie weiter, ohne diese Fragen beantwortet zu haben. Sie würden ja auch kein Haus ohne solides Fundament bauen, oder? Warum also bei Ihrer Investition?
Wichtig ist, sich die Fragen oben zunächst ohne Blick auf die Technologie zu stellen. Konzentrieren Sie sich ausschließlich auf die Funktionen und die Produktseite der Lösung. Erst wenn das erledigt ist, können Sie sich auf Basis der ersten Analyse einer konkreten Technologie zuwenden.
Die funktionalen Anforderungen sollten Sie zur passenden IoT-Technologie führen – nie umgekehrt. Ist die Technologie gewählt, bauen Sie schnell eine möglichst einfache Demoversion des Produkts aus vorhandenen Komponenten, um zu prüfen, ob die Technologiewahl in diesem Szenario richtig war.
Im nächsten Schritt der Machbarkeitsstudie wird der schnell zusammengesetzte Proof of Concept den Umgebungsbedingungen ausgesetzt. Ziel ist es, die reale Situation nachzubilden, der sich die IoT-Lösung im täglichen Betrieb stellen muss.
Ist das Produkt extremen Witterungsbedingungen ausgesetzt, sollte es das MVP auch sein. Dasselbe gilt für elektromagnetische Wellen, Feuchtigkeit, Funkfrequenzen, Standort, den Faktor Mensch usw. Alle diese Bedingungen lassen sich im Labor nachstellen, um das Produkt auf das vorzubereiten, was es nach dem Go-live erwartet.
Eigentlich ist das Ziel dieser Phase, die Demoversion des Produkts kaputtzumachen – oder zumindest ihre schwächsten Stellen zu finden, die später am ehesten ausfallen. So erkennen wir nicht nur die Schwachpunkte der Lösung vor dem Markteintritt, sondern können Verbesserungen auch zum richtigen Zeitpunkt umsetzen.
Das wohl wichtigste Argument dafür, ganz am Anfang des Produktlebenszyklus in eine Machbarkeitsstudie zu investieren: Erkannte Änderungen lassen sich dann noch umsetzen und sind meist relativ günstig.
Ganz offen gesagt: Je früher Sie den Kurs ändern, desto leichter ist es und desto weniger kostet es – so einfach ist das. Ganz am Anfang lassen sich die Technologie, die Sensoren und der Tech-Stack noch wechseln, die Funktionsliste und ihre Grenzen überdenken und erst dann fundierte, zentrale Geschäftsentscheidungen treffen. Später können manche – auch scheinbar einfache – Änderungen unmöglich sein!
Tatsächlich kann das Überspringen dieser Phase direkt in den Frust führen. Betrachten Sie sie als Investition mit der vielleicht höchsten Rendite im gesamten Entwicklungsprozess. Je später die Entwicklungsphase, desto komplizierter und teurer werden Änderungen. Oft stellt sich heraus, dass manche Kurswechsel schlicht zu teuer oder ab einem bestimmten Punkt gar nicht mehr möglich sind. Manchmal entstehen technische Schulden, und die Kosten der Änderung können selbst eine hervorragende IoT-Geschäftsidee zu Fall bringen.
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In der Technik gibt es selten ein Werkzeug, das so viel bringt wie eine Machbarkeitsstudie. Ein Unternehmen kann zusätzliche Kosten, Zeitverlust und Risiken für die Marke vermeiden, indem es einfach die richtigen Fragen stellt, eine Demo baut und dann versucht, sie im Labor kaputtzumachen.
Diese Phase nutzt eine einfache Wahrheit über Änderungen in der Produktentwicklung: je früher, desto besser. Die Kosten solcher frühen Kurswechsel sind mit späteren Kosten nicht zu vergleichen.
Ein weiterer Vorteil der Machbarkeitsstudie ist ihre Flexibilität. Sie können sehr tief in Analyse und Tests einsteigen oder auf einer allgemeinen Ebene bleiben und schnell iterieren.
Die wichtigste Erkenntnis dieses Artikels: Wer diese Phase überspringt, setzt seine Marke aufs Spiel. Können Sie sich das leisten?
Haben Sie Fragen zu Machbarkeitsstudien? Schreiben Sie uns an advice@embiq.com oder besuchen Sie uns persönlich in unseren Büros in Lublin oder Graz!
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