14. November 2017
Meldungen über Fortschritte in der künstlichen Intelligenz haben in den vergangenen Monaten immer wieder unsere Aufmerksamkeit geweckt. Viele Fachleute und Technikjournalisten wiesen zudem darauf hin, dass Augmented Reality (AR) an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig gab es zum IoT sowohl ermutigende als auch beunruhigende Nachrichten.
Kaum ein Thema hat es in den letzten Wochen aber so spektakulär in die Schlagzeilen geschafft wie Bitcoin. Die Kryptowährung kam 2009 auf den Markt. Viele erinnern sich noch an die Zeit, als ein Bitcoin weniger als einen Dollar kostete. Über die Jahre stieg und fiel der Kurs immer wieder. In diesem Herbst ist der Bitcoin-Preis jedoch regelrecht explodiert und hat die Marke von 17.000 USD überschritten.
Wie geht es weiter? Einige Fachleute erwarten, dass staatlich anerkannte Kryptowährungen entstehen – wenn auch wohl nicht schon innerhalb eines Jahres. Ein anderes Szenario könnte aber noch wahrscheinlicher sein.
– Schon jetzt entstehen viele Start-ups, die neue Kryptowährungen schaffen und verbreiten wollen. Ich bin überzeugt, dass dieses Phänomen das Jahr 2018 prägen wird und dass wir in diesem Bereich viele Fälle von Missbrauch sehen werden, sagt Alexey Shabalovskiy, CTO von EMBIQ. – Anders als der traditionelle Devisenmarkt ist dieser Bereich rechtlich nicht angemessen reguliert. Dem Kryptowährungsmarkt fehlen Mechanismen, die Spekulationsblasen, Schneeballsysteme und andere unlautere Praktiken verhindern könnten. Schon heute gibt es Beispiele fragwürdiger Praktiken, die sich nicht wirksam eindämmen lassen.
Sehr wahrscheinlich wird Bitcoin auch Anlegern Probleme bereiten – vor allem unerfahrenen und unvorsichtigen Einsteigern.
– Die Bitcoin-Blase, die wir gerade beobachten, wird in den nächsten Monaten noch viele Male platzen. Das haben wir schon erlebt, und es wird wieder passieren. Es ist auch möglich, dass eine andere Kryptowährung den Platz von Bitcoin einnimmt. Vielleicht haben Ethereum oder IOTA das Potenzial dazu, vielleicht erobert aber auch eine völlig neue Erfindung den Markt, so Alexey Shabalovskiy abschließend.
Bei der Blockchain, der Technologie hinter Bitcoin und anderen Kryptowährungen, ist zu erwarten, dass sie häufiger als heute außerhalb des Finanzsektors eingesetzt wird. Manche werden versuchen, sie breiter zu nutzen – etwa um die Echtheit von Rechtsdokumenten zu belegen, Eigentumsübertragungen abzusichern oder andere rechtliche Vorgänge zu schützen. Reibungslos wird das natürlich nicht laufen, und viele Blockchain-Initiativen könnten spektakulär scheitern.
Auch das bereits erwähnte IoT dürfte 2018 ein Schlagwort bleiben. Laut dem international bekannten Analyse- und Beratungsunternehmen Gartner werden Käufer Produkte mit IoT-Funktionen klar bevorzugen. Gartner rechnet sogar damit, dass diese Technologie bis 2020 in 95 Prozent der neu entwickelten Elektronikprodukte steckt.
Interessant ist, dass Deloitte Global in seinem jährlichen Bericht „Technology, Media & Telecommunication“ unter anderem darauf hinweist, dass sich auch AR deutlich bemerkbar machen wird. Laut Prognose werden im kommenden Jahr mehr als eine Milliarde Smartphone-Nutzer mindestens einmal AR-Inhalte erstellen, viele davon deutlich häufiger. AR wird in viele Apps einziehen, und natürlich werden immer mehr Mobilgeräte sie unterstützen.
Das widerspricht der verbreiteten Annahme, dass Smartphones uns in naher Zukunft kaum mit großen technologischen Neuerungen überraschen werden. Deloitte Global betont, dass die kommenden Verbesserungen auf den ersten Blick schwer zu erkennen sein mögen, die Leistung der Geräte aber tatsächlich enorm steigen wird. In einigen Jahren werden viele Smartphones nicht nur AR-Technologie, sondern auch KI-Chips enthalten. Laut dem Bericht werden in solchen Geräten zudem wahrscheinlich deutlich mehr Sensoren verbaut.
Smartphones und andere Alltagsgeräte werden offenbar weiterhin unseren Wunsch nach Bequemlichkeit bedienen und uns bei immer mehr täglichen Aufgaben unterstützen. Ihre Weiterentwicklung zielt zudem auf neue Formen der Unterhaltung.
Im bereits erwähnten Bericht gehen auch Fachleute von Gartner darauf ein. Sie erwarten, dass wir nicht nur intelligentere Geräte und Apps nutzen, sondern auch bequemer im Internet finden werden, was wir suchen. Nach Einschätzung von Gartner wird es sich in naher Zukunft auf jeden Fall lohnen, Websites für die Bild- und Sprachsuche umzubauen. Marken, die das früh tun, werden laut Gartner ihren Umsatz im digitalen Handel bis 2021 um 30 Prozent steigern.
Welche dieser und anderer Prognosen werden eintreffen? Das weiß niemand genau. Es lohnt sich aber, die Erwartungen der Fachleute zu durchdenken und dafür zu sorgen, dass Ihr Unternehmen mit den Veränderungen Schritt hält.
Hinweis der Redaktion (Stand: Oktober 2026): Seit dem 30. Dezember 2024 regelt die Verordnung (EU) 2023/1114 (MiCA) den Markt für Kryptowerte in der EU umfassend. Quelle: EUR-Lex, CELEX 32023R1114.
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