21. März 2024
In diesem Monat schließen wir unseren Teil eines öffentlich geförderten Forschungsprojekts zu KI-Kameras ab, die Daten zur aktiven Mobilität erfassen: wie viele Menschen an einem bestimmten Punkt zu Fuß oder mit dem Rad vorbeikommen und in welche Richtung. Geleitet hat das Projekt unser Partner, ein Start-up, das IoT-Ausrüstung für die Straßeninfrastruktur baut. Wir waren für den Embedded-KI-Teil verantwortlich: Aufzeichnung und Streaming auf den Kamerasystemen, Auswahl und Rollout der Erkennungsmodelle und deren Tests im Feld.
Es war nicht unser erster Kontakt mit KI-Kameras: Unseren ersten KI-Kamera-Demonstrator für die Straßeninfrastruktur haben wir bereits 2021 gebaut, und das ganze Jahr 2023 über haben wir geprüft, ob eine Stereokamera mit eigenem Bildverarbeitungsprozessor die Basis für einen Zähl-Pilot sein kann. Hier die Erkenntnisse, die wir daraus mitgenommen haben.
Ziel war nie das Video. Verkehrsplaner brauchen Zahlen pro Klasse, pro Richtung und pro Viertelstunde. Berechnet die Kamera diese selbst, muss kein Bild von Menschen das Gerät verlassen. Ein gutes Design behält Bilder auf dem Gerät, beschränkt den Fernzugriff streng und sendet nur anonyme Statistiken. Das vereinfacht die Diskussion um die DSGVO erheblich und ist umso wichtiger, seit das Europäische Parlament in diesem Monat den AI Act angenommen hat – mit besonderem Augenmerk auf Systeme, die Menschen identifizieren. Zu zählen, dass ein Radfahrer vorbeigefahren ist, ist etwas ganz anderes, als zu erkennen, wer es war.
Geräte am Straßenrand haben außerdem wenig Strom und oft nur schwachen Mobilfunkempfang. Ein paar Zahlen statt eines Videostreams zu senden, ist also nicht nur eine Frage des Datenschutzes.
Inferenz auf dem Gerät bedeutet, dass das Modell auf dem Bildverarbeitungsprozessor der Kamera läuft. Es muss also zuerst in ein Format konvertiert werden, das dieser Prozessor versteht. In der Praxis hat das die Auswahl viel stärker eingeschränkt, als es jede Benchmark-Tabelle vermuten ließe:
Es gab noch eine zweite, weniger offensichtliche Einschränkung. Da die Erkennung in der Kamera läuft, ist das Gerät nicht dafür ausgelegt, ein aufgezeichnetes Video als Eingabe zu verarbeiten – genau so vergleicht man Modelle aber normalerweise am PC. Wir haben deshalb Aufzeichnungs- und Streamingfunktionen für die Kameras gebaut und eine Möglichkeit, jedes Modell auf derselben Aufzeichnung laufen zu lassen. So ließen sich alle Modelle anhand identischer Referenzvideos vergleichen.
Laborergebnisse sagen wenig über eine Straße aus. Deshalb haben wir im Freien auf einem gemeinsamen Geh- und Radweg getestet, jede Session aufgezeichnet und die Zählungen der Kamera mit einer manuellen Zählung derselben Aufnahmen verglichen.
Die Erkenntnisse betrafen meist nicht das Modell:
Die nächste Frage betrifft meist das Training. Mit Modellen, die auf öffentlichen Datensätzen vortrainiert sind, kommen Sie weit; um die Lücke in vollen Szenen zu schließen, braucht es Daten von echten Montagepositionen, und synthetische Bilder sind eine Möglichkeit, die Kosten für deren Annotation zu senken.
Objekterkennung am Edge ist keine verkleinerte Version von Cloud-KI. Es ist ein anderes Design, bei dem Hardware, Montage und Stromversorgung genauso zählen wie das Modell und Datenschutz von Anfang an eingebaut werden kann, statt ihn später nachzurüsten. Wenn Sie an einem Gerät oder Smart-City-Projekt arbeiten, das sehen und zählen soll, werfen Sie einen Blick auf unsere IoT-Leistungen oder schreiben Sie uns.
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