6. Juni 2022

Eine nutzerorientierte ASO-Strategie entwickeln

Sind manche Elemente einer App wichtiger als andere? Zählt das App-Icon mehr als die Screenshots? Ist die Kurzbeschreibung wichtiger als die vollständige Beschreibung?

App Store Optimization (ASO) verbessert jedes Element des App-Eintrags – und jedes davon erfüllt eine andere, aber gleich wichtige Aufgabe, wenn es um Sichtbarkeit und Conversion geht. Jedes Element begleitet die Nutzer zudem auf ihrem Weg, und es liegt an den Entwicklern, diesen Weg vom Anfang bis zum Ende so einfach wie möglich zu machen.

Wie können Entwickler sicherstellen, dass ihre ASO-Strategie dauerhaft die Ergebnisse liefert, die sie für mehr Sichtbarkeit und höhere Conversion-Raten brauchen? Und noch besser: Wie gelingt es, dass die ASO-Strategie Hand in Hand mit der User Experience geht und diese in den Mittelpunkt stellt? In diesem Artikel stellen wir bewährte ASO-Praktiken vor, die Nutzer einbinden und so den Weg für nachhaltiges Wachstum im App Store ebnen.

Was ist App Store Optimization?

App Store Optimization ist ein Prozess des Mobile Marketings am unteren Ende des Funnels, mit dem Entwickler die Sichtbarkeit ihrer App im Store erhöhen. Dazu gehört die Optimierung der Metadaten und der grafischen Elemente im Apple App Store und im Google Play Store. Laut Apple finden 70 % aller Downloads im App Store über die Suchseite statt.

Um Nutzer dort zu erreichen, wo sie Apps herunterladen, müssen Entwickler zunächst auf der Suchseite sichtbar sein. Findet ein Nutzer eine App nicht unter den ersten Ergebnissen, lädt er wahrscheinlich eine Konkurrenz-App herunter oder gibt die Suche ganz auf.

Die Grundlage für langfristigen Erfolg im App Store sind organische Suchergebnisse. Organisches Wachstum ist eine nutzerfreundliche Art, eine App wirksam zu vermarkten, und unterstützt zugleich interne und externe bezahlte Kampagnen. Erreicht wird es durch die Optimierung von Metadaten und grafischen Elementen.

Je nach Store, in dem eine App veröffentlicht wird, sehen diese Optimierungsprozesse und Richtlinien recht unterschiedlich aus. Es gibt jedoch allgemeingültige Best Practices, die für alle ASO-Prozesse gelten.

Mobile Nutzer erreichen Sie mit mobilen Daten

Anders als oft angenommen ist ASO kein SEO für mobile Apps. Außerdem haben Nutzer in der Suchleiste des Stores nicht das Bedürfnis, sich mit Details zu „erklären“, wie sie es im Web tun. Tatsächlich überschneiden sich die Suchdaten aus Web und Mobile nur zu 20 %. Diese Zahl wird von Entwicklern oft übersehen oder missverstanden. Wie Nutzer im App Store suchen, unterscheidet sich von der Websuche, weil dahinter eine andere Absicht steht. Suchanfragen im Web sind oft lang und detailliert, im App Store bestehen sie meist aus höchstens 2–3 Wörtern. Entwickler müssen sich deshalb besonders anstrengen, um zu erfassen, wonach Nutzer suchen – und sich dabei auf echte mobile Daten statt auf SEO- und Webdaten stützen. Je breiter das Spektrum an Keywords, das sie abdecken, ohne die Kernrelevanz zu verlieren, desto besser. Kurz gesagt: Was im Web funktioniert, funktioniert mobil nicht. Um mobile Nutzer zu erreichen, sollten Entwickler auf eine SEO-Strategie verzichten, die Reichweite und Engagement einschränkt. Mit dem Umstieg auf mobile Daten richten sie ihre Datenstrategie besser an ihren Nutzern und deren Suchverhalten aus.

Saisonalität und Iteration nicht vergessen

Die Jahreszeiten wechseln, und mit ihnen die Suchtrends der Nutzer. App Store Optimization ist keine starre Mobile-Marketing-Strategie, die man einmal umsetzt und dann vergisst. Mobile Suchtrends können sich von heute auf morgen ändern. Entwickler brauchen deshalb Strategien, mit denen sie sich mit der Zeit verändern können, statt von den Entwicklungen überrollt zu werden.

Wer Metadaten und grafische Elemente nie anpasst, fällt bei der Optimierung mit Sicherheit zurück. Saisonalität und Iteration helfen Entwicklern, mit den Veränderungen Schritt zu halten. Durch Iteration können sie Keyword-Trends und die Wirkung grafischer Elemente auf die Conversion aktiv verfolgen und ihre Strategie entsprechend anpassen. Saisonale Anpassungen helfen, auf interne und externe Ereignisse zu reagieren, die das Such- und Downloadverhalten beeinflussen. Beide Praktiken machen Entwickler anpassungsfähiger und erlauben es ihnen, vorausschauend auf die Bedürfnisse der Nutzer einzugehen.

Wie wichtig Anpassungsfähigkeit ist, zeigen Apps für Essenslieferungen. Auf dem Höhepunkt der Pandemie stieg die Nachfrage nach diesen Apps sprunghaft an. Statt nach „schneller Essenslieferung“ oder den Namen von Fast-Food-Restaurants suchten Nutzer jedoch nach „kontaktloser Essenslieferung“, „sicherer Lieferung während COVID-19“ und manchmal sogar nach „Lieferung von kleinen [lokalen] Geschäften“.

Diese Veränderung kam abrupt und schnell, also mussten die Entwickler dieser Apps die neuen Begriffe in ihre App-Elemente aufnehmen, um zu zeigen, dass ihre App bietet, was die Nutzer brauchen. Veränderungen, die die Performance einer App beeinflussen, können aber auch langsam, schwer erkennbar oder wiederkehrend sein. Entwickler müssen deshalb verstehen, wonach ihre Zielgruppe sucht, wann und wie – und wie sie ihre App am besten präsentieren, wenn sie gebraucht wird.

Lokalisierung ist mehr als Übersetzung

Mobile Nutzung und Mobile Gaming nehmen weltweit zu. Immer mehr Entwickler bringen ihre Apps auf neue, internationale Märkte mit anderen Kulturen, Sprachen und Suchgewohnheiten. Internationale Märkte sind eine lukrative Chance für das Wachstum einer App. Der größte Markt für Mobile Games liegt zum Beispiel nicht in den USA oder in Europa, sondern in Südostasien, wo jeder dritte Smartphone-Nutzer angibt, täglich mobile Spiele zu spielen. Um Nutzer im Ausland zu erreichen, müssen Entwickler in mehr als einer Hinsicht „ihre Sprache sprechen“. Eine Übersetzung allein reicht nicht aus. Funktionen, die auf Screenshots in den USA hervorgehoben werden sollten, wirken in Japan womöglich nicht – ganz abgesehen von der Sprache. Das gilt auch für Metadaten wie App-Namen und Beschreibungen. Die Begriffe in anderen Ländern können sich stark von denen auf dem Heimatmarkt unterscheiden. Zeigt eine Musik-Streaming-App auf ihren Screenshots zum Beispiel bekannte amerikanische Stars oder erwähnt in der US-Beschreibung beliebte Songs, lässt sich die Wirkung auf Sichtbarkeit und Conversion in den USA womöglich nicht auf Südkorea übertragen, wo andere Stars, Genres und Songs beliebt sind. Entwickler sollten internationale Unterschiede deshalb in ihren App-Elementen abbilden, statt diese nur zu übersetzen, und so besser auf das eingehen, wonach Nutzer suchen.

Fazit

Eine nutzerorientierte ASO-Strategie holt in vielerlei Hinsicht das Beste aus Ihrer App heraus. Eine Strategie, die Nutzer anspricht, erfordert viel Arbeit hinter den Kulissen. Bewährte ASO-Praktiken, die Nutzer zur Interaktion mit Ihrer App bewegen, schaffen jedoch Mehrwert für Nutzer und Entwickler gleichermaßen. Der Umstieg auf mobile Daten, die Aktualisierung zentraler App-Elemente und die Anpassung an internationale Märkte sind nur einige Schritte, mit denen die Performance Ihrer App im Store mit der Zeit wachsen kann.

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